Hier ein paar Eindrücke vom Makrelenangeln 2010

Als wir an diesem Morgen kurz nach 07.00 Uhr den durch einen gewaltigen Seedeich geschützten Büsumer Hafen verlassen, das zweite Tor der Seeschleuse passieren, und die MS Blauort nach Steuerbord abdreht, geht eine leicht wiegende Bewegung durch das Schiff. Auf den Weg in die offene See mit Fernziel Helgoland, folgt die MS Blauort ab jetzt der mit Bo-jen gekennzeichneten Fahrrinne "Die Piep" Nach einer Fahrtzeit von etwa 3 Stunden werden wir uns Ziel, die Hochseeinsel Helgoland erreicht haben. Eine alleine fliegende Möwe taucht auf und begleitet uns eine kurze Wegstrecke. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen. Keine Möwen, keine Fische? Uns bleibt genügend Zeit für ein kräftiges Frühstück, einen Blick in die aktuelle Tageszeitung, Zeit zum Fachsimpeln oder Zeit zum Genie ßen der Fahrt. Das Wet-ter ist top. Von einem fast wolkenlosem Himmel, nur am Horizont sind Wolkenbänke zu erkennen, scheint die Sonne auf uns herab. Kein Wind, ausgenommen der Fahrtwind. Dann taucht weit entfernt auf der Backbordseite der MS Blauort die Insel Helgoland auf. Auch ihr Wahrzeichen, die "Lange Anna" ist deutlich erkennbar. Nur die Makrelenschwärme bleiben unsichtbar. Keine dicht über dem Wasser kreischend jagenden Möwen. Kein Makrelenschwarm im Sonarkegel des Echolotes. Die Blauort wendet, fährt einen gro ßen Bogen und danach parallel zum noch schwach erkennbaren Kielwasser. So vergeht die Zeit mit dem Suchen eines Makrelenschwarmes. Dann die ersten Kontakte im Echolot. Das Schiff wird so in Position gefahren, das es ohne Antrieb mit der vorhandenen Meeresströmung auf die Makrelen zutreiben kann bzw. über den Schwarm treiben kann. Das Signal zum Angelbeginn, dem ersten Durchgang an diesem Tag, ertönt. Sofort können die ersten Makrelen können gehakt und angelandet werden. Sie sind unterschiedlich gro ß. Die Bisse kommen wie immer unerwartet und heftig. Bei jedem Einholen der Angeln hängen Fische an den Makrelen-Paternostern. Mitunter bis zu sechs Stück. Das Material, die Schnüre und die Ruten, werden dann arg strapaziert. Die Makrelen können ihre Verwandtschaft zum grö ßeren Verwandten, dem Thunfisch, nicht leugnen. Sie sind wahre Kämpfer. Nach etwa zwanzig Minuten ist plötzlich alles wieder vorüber. Die Bisse bleiben aus. Die Suche beginnt erneut. Wie aus dem Nichts ist plötzlich etwa zweihundert Meter vor dem Bug des Schiffes ein gro ßer jagender Möwenschwarm auszumachen. Die Möwen stürzen sich laut schreiend auf die Wasseroberfläche. Sofort nähert sich die MS Blauort der Stelle. Das Schiff wird erneut in Position gebracht. Ein neuer Anlauf wird gefahren. Wieder werden Makrelen in gro ßen Stückzahlen gefangen. überall das gleiche Bild an Bord. An den Montagen hängende und wild zappelnde Fische. Sie werden an Bord gehoben und abgeschlagen. Blut spritzt. Sie wandern sofort in die mit Eis versehenen Kühlkisten. Zwischendurch muss hier und da eine verknotete Montagen durch ein neues Paternostersystem ersetzt werden. Zum Entknoten der Montagen bleibt später genügt Zeit. Jetzt hei ßt es, keine Zeit zu verlieren solange der Fisch da ist. Auch hier ist es wie immer. Die Bisse bleiben plötzlich aus. Egal welche Wassertiefe beangelt wird. Der gro ße Schwarm ist weg. Nur vereinzelte Nachzügler bei ßen auf die Kunstköder. Nach etwa drei Stunden sind alle Fischbehälter gut gefüllt. Die ersten Teilnehmer stellen das Angeln ein. Sie sind mit ihrem Fangergebnis mehr als zufrieden. Vielleicht denken sie auch schon daran, dass noch alle gefangen Fische ausgenommen und versorgt werden müssen. Dann ertönt das dreimalige Hupsignal. Ende des Angeltages. Es bleibt festzuhalten. Es war wieder einmal ein toller Tag auf See. Wetter gut. Fischkisten voll. Ein herzlicher Dank an den 2.Vorsitzenden des ASV Schenefeld e.V., Hans-Peter Sieg. Er hat uns diesen Tag wieder einmal möglich gemacht.
Ein Danke schön auch an Walter für selbstgebackenen und gespendeten Blechkuchen.
Und wie immer gibt es auch von diesem Tag ein paar von mir "geschossene" Fotos.
Euer Vereinsmitglied
Gerhard Pitzke